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Positionspapier

Globales Grundsatzprogramm der Brut

Prolog:

Als politischer Verein sprengt Die Brut die engen Grenzen der Studierendenvertretung an den Universitäten und nimmt bewusst zu grundsätzlichen Fragen außerhalb der kurzlebigen Tagespolitik Stellung.
Wir wollen uns nach allen Seiten hin öffnen.


Wegweiser:

Die Brut ist ein antiideologisches Sammelbecken für Menschen, die sich im Allgemeinen durch das Angebot des politischen Mainstreams, repräsentiert durch alle fünf „Volksparteien“, nicht mehr angesprochen fühlen und im Besonderen basisorientierten und emanzipatorischen gesellschaftlichen und politischen Ideen anhängen.

Die kleinsten gemeinsamen Nenner:

Die Brut sieht sich insbesondere als Plattform für Vertreter von, aus konformistischen Gründen, marginalisierten Formen des Welterlebens und Denkens. Der Verein verfolgt kein positiv-politisches Programm.
Nichts desto Trotz bekennt sich Die Brut politisch und gesellschaftlich zu folgenden Punkten:
  1. Republikanismus
  2. Die Ablehnung totalitärer Strukturen, insbesondere staatlicher    Natur
  3. Die Problematisierung institutionalisierter Formen der Interessensvertretung (Sozialpartnerschaft, Kammersystem, ÖH)
  4. Die Problematisierung staatlicher Reglementierung
  5. Basisdemokratie

Recht und Staat:

Die Brut ist als Verein nach österreichischem Recht organisiert.
Der Verein hält sich an alle legalen Konventionen des Staates, doch behalten sich die Mitglieder vor, alle legalistischen Konventionen zu kritisieren und können sich frei innerhalb der Strukturen des Vereins dazu äußern, nicht auf Grund eines positiven Rechtsbegriffes, sondern ausschließlich auf Grund der herrschenden politischen und sozialen Strukturen genötigt zu sein, individuell als falsch angesehenen Gesetze der Republik zu befolgen.

Migration:

Solange die globalen Asymmetrien im wirtschaftlichen und politischen Bereich anhalten, wird es Migration geben.

Immigration ist in erster Linie Herausforderung und Problem, nicht Chance.
Die Brut gibt sich nicht der Illusion einer harmonischen multikulturellen Gesellschaft hin. Die Brut ist sich der Gefahr der Herausbildung einer Rasse-Klasse-Gesellschaft bewusst.

Gleichzeitig steht sie obrigkeitsstaatlichen Maßnahmen zur legalen Reglementierung von Einwanderung kritisch gegenüber, da diese, auf Grund der oben erwähnten globalen Asymmetrien, meist in der Sache unwirksam, dafür aber als populistisch-ideologische Begriffe höchst wertvoll, als solche aber antiemanzipatorisch sind.

Bildung:

Die Brut ging aus einer Initiative von Studierenden hervor. Bildungsfragen nehmen daher innerhalb des Vereins einen wichtigen Platz ein.

Die Brut bekennt sich zum Bildungsideal Wilhelm von Humbolds. Schule und Universität sollen demnach den Menschen eine Hilfestellung bei der Entwicklung ihrer persönlichen Talente und Neigungen bieten und Werkzeuge zur persönlichen Entfaltung zur Verfügung stellen. Bildung ist individuell und daher nicht direkt vermittelbar. Sie basiert auf persönlicher Reflexion und braucht zu ihrer Reifung vor allem eines: Zeit.

Zeit zu reflektieren, das ist heute ein Luxus. Die Bildungsfrage wird also hier zu einer Frage der Neubewertung von gesellschaftlichen Ideologien im Kapitalismus.

Die Erweiterung des Konzeptes „Hochschule“ um Ausbildungskurse aus dem Bereich der Industrie, insbesondere aber des Handwerks (in Österreich nach wie vor eine große Sparte) würde zu einer Verbesserung der Kommunikation zwischen Akademikern und Vertretern der praktischen Arbeitswelt und ihren traditionellen Führungskräften führen. Die Brut würde sich gerne an der Ausarbeitung solcher Konzepte beteiligen.